• Michael Kube

Helikopter-Eltern


Mit dem Begriff Helikopter-Eltern meint man solche Eltern, die ihr Kind übermäßig stark „behüten“. Dabei steht der Schutz des Kindes im Vordergrund. Sie glauben oft, dass ihr Kind entweder in der Welt nicht allein zurechtkommt, Entscheidungen selbst nicht „richtig“ treffen kann und sich ggf. mit den falschen Leuten umgibt. Die Liste ließe sich noch weiterführen.


Die Kinder fühlen sich oft übermäßig stark kontrolliert, erleben ihr Leben als nur eingeschränkt frei und haben oft das Gefühl nicht richtig atmen zu können. Daraus resultiert nicht selten eine Unsicherheit in Bezug auf die eigene Entscheidungsfindung und gar der eigenen Vorlieben, Interessen und Emotionen.


Außerdem kann das Gefühl von ständiger Beobachtung bestehen. SMS oder andere persönliche Dinge werden gelöscht oder versteckt, aus Angst, dass diese in die Hände der Eltern gelangen und zu Diskussionen führen könnten. Wichtig ist auch zu betonen, dass ein zu „helikopterhaftes“ Verhalten der Eltern gegenüber dem Kind die Persönlichkeitsentwicklung stark einschränken bzw. stören kann.


Wer bin ich? Was gefällt mir? Was möchte ich beruflich machen? Welchen Weg will ich generell gehen? Solche Fragen können teilweise nicht beantwortet werden oder die Antworten kommen aus der Sicht der Eltern.


Oft gelingt die Befreiung aus den elterlichen Fängen erst mit dem Start ins Studium, Ausbildung oder Beruf. Manchmal fehlen jedoch aufgrund der familiären Strukturen und wahrgenommener Verpflichtungen auch dann noch die Freiheit und Selbstständigkeit.


Seitens der Eltern (oder eines Elternteils) liegt oft eine Überkompensation der eigenen Unsicherheiten oder Verlustängste vor. Mit der mehr als fürsorglichen Behandlung des Kindes werden die eigenen emotionalen Verletzungen oder Mangel überlagert. Eine geeignete Selbstreflexion fehlt in vielen Fällen, sodass die Helikopter-Eltern ihr Verhalten selbst nicht als übertrieben einschätzen.


Sowohl den Eltern kann man bei der Verarbeitung der zu Grunde liegenden Ursachen helfen, als auch den betroffenen Kindern (welche beim Aufsuchen von Unterstützung meist schon erwachsen sind), bei der Persönlichkeitsentwicklung beiseite stehen. Sprich mich gerne an.

0 Kommentare